Wanderfahrt auf der Warthe in Polen
von RCN
Einfach traumhaft - machen!
... so lautete die Kurzfassung eines befreundeten Ruderers zu den Polenfahrten mit Łukasz Kaczmarek.
Etwas skeptisch waren wir schon, schließlich sollten wir 6 Tage hintereinander auf dem Wasser sein, mit unbekannten Booten, bunt zusammengewürfelten Mannschaften und auf fremdem Gewässer; auch das mit dem Kulturprogramm konnten wir uns nicht so recht vorstellen.
Aber dann gewann doch die Neugier die Oberhand und Susanne B. und ich meldeten uns an.
Unsere Skepsis war vollkommen unbegründet. Wie erwartet ruderten wir in einem landschaftlich sehr schönen Revier. In den ersten Tagen ging es durch ruhige Seen und den Warta-Gopło-Kanal, der von der Natur langsam zurückerobert wird. Dann gelangten wir auf die Warthe, die mit reichlich Strömung durch sehr abwechslungsreiche Landschaften mäandert. Highlights waren hier sicher der strahlend weiße Steg, auf dem wir in Ślesin unsere Boote lagern konnten und die Morgennebel, die an einigen Tagen über der Warthe lagen, außerdem die immer wieder idyllischen Plätze für diverse Pausen, die wegen der Strömung beim Anlegen die Steuerleute sehr forderten.
Die Tagesetappen waren jederzeit gut machbar und es war eine harmonische Gruppe von Ruderern, die sich jeden Tag in neuen Mannschaften zusammenfanden und auch knifflige Manöver gelassen meisterten.
Aber das „Rahmenprogramm“ übertraf unsere Erwartungen bei Weitem. Jeden Tag gab es kleinere oder größere Sehenswürdigkeiten zu bewundern, die Łukasz uns mit viel Freude und Engagement zeigte. Bei seinen fachkundigen Stadtführungen und Kirchenbesichtigungen ging er auch immer wieder auf die wechselhafte Geschichte Polens ein. Angefangen von den leider viel zu kurzen Besichtigungen in Poznan über den Besuch der Basilika der Muttergottes von Licheń bis hin zu einer Kutschfahrt ein sehr abwechslungsreiches Programm.
Neben dem Wiederbeleben des Wanderruderns in Polen möchte Łukasz uns Kultur und Geschichte Polens sowie Land und Leute näher bringen. So durften wir jeden Tag ein 2-Gänge-Menü regionaler polnischer Küche genießen und lernten graue Klöße, Schrägchen, deftige Rouladen und die verschiedensten Suppen kennen. Auf die Rudertouren nahmen wir Lunchpakete mit oder Grzegorz (Łukasz Vater) war rechtzeitig mit seinem gut gefüllten Kofferraum zur Stelle, in dem sich immer heißer Kaffee oder kalte Getränke sowie Obst und andere Leckereien fanden.
Am Ende des Rudertages waren wir immer sehr gespannt, welche Unterkunft uns diesmal erwarten würde. Vom einfachen Agroturystyk-Hof mit Familienanschluss, einem Studentenwohnheim über einen Bischofspalast, Pferdegestüte und Hotels war alles dabei.
Wer mehr zu den einzelnen Tagesetappen erfahren möchte schaut ins Jahrheft 2017.
Hier eine Vorschau auf die 2018 geplanten Polenwanderfahrten von Łukasz Kaczmarek.